Ort Selm (D)
Auftraggeber Stadt Selm
Beauftragung Städtebaulicher Wettbewerb
Planungsumfang ca. 7,5 ha
Planungszeitraum Januar - März 2018
Team In Zusammenarbeit mit GREENBOX Landschaftsarchitekten
3. Preis im Städtebaulichen Wettbewerb

Selm – Stadt am Wasser


Grundidee

An zentraler Stelle in Selm soll ein innovatives Quartier entstehen, dass die besonderen Lagequalitäten der Umgebung nutzt. Insbesondere durch die starke Verknüpfung mit dem geplanten Auenpark und der südlich angrenzenden Campusentwicklung entsteht ein Quartier mit besonderer Wohn- und Lebensqualität. Durch Wegebeziehungen werden Verbindungen in die Umgebung, im speziellen zum östlich gelegenen Zentrum hergestellt. Das neue Quartier ermöglicht eine enge Verzahnung von Landschaft und Baufeldern im Westen sowie eine angemessene Adressbildung und Fassung entlang der Landesstraße im Osten. Die urbanen Strukturen der Baublöcke greifen die Planung als Teil des Campus auf und schaffen Anbindungen und Bezüge. Die Nachhaltigkeit der Entwicklung wird durch eine angemessene bauliche Dichte sichergestellt. Durch die Entwicklung der Fläche entsteht ein neues attraktives Wohngebiet mit dem die Stadtteile Selm stärker zusammenwachsen.

Bebauungsstruktur

Die städtebauliche Struktur ist in zwei korrespondierende Bereiche gegliedert. Entlang der Münsterlandstraße entsteht ein urbanerer Teilbereich. Hier wird die Bebauung in aufgelockerten Blockrandstrukturen organisiert. In den Baufeldern besteht ein kleinteiliger Mix aus überwiegend dreigeschossigem Geschosswohnungsbau mit zwei- bis dreigeschossigen Stadthäusern. Im nördlichen Baufeld besteht wird gemeinschaftliches Servicewohnen errichtet Klare Kanten entlang der Münsterlandstraße sorgen für eine minimierte Verkehrsbelästigung durch die angrenzende Bundesstraße. Die markante Bebauung sorgt für eine gute Wahrnehmbarkeit von der Münsterlandstraße aus. Das Quartier erhält so eine Adresse. In den Erdgeschossen und erste Obergeschossen entlang der Münsterlandstraße sind Dienstleistungsnutzungen denkbar, die die Wohnfunktion unterstützen und ergänzen. Im inneren Bereich der Blöcke und den oberen Geschossen werden Wohnnutzungen in unterschiedlichen Typologien organisiert. Durch die Öffnung der Blöcke Richtung Auenpark wird ein Übergang zur kleinteiligeren Struktur geschaffen. Der Teilbereich am Auenpark weist eine stärker aufgelockerte und kleinteiligere Bebauungsstruktur auf. Der Schwerpunkt der Nutzung liegt auf dem Wohnen. Dies wird in unterschiedlichen Typologien organisiert, um eine soziale Mischung zu ermöglichen: Reihenhäuser, Doppelhäuer und freistehende Einfamilienhäuser in einer robusten, aber flexiblen Struktur. Hier entsteht ein Quartier mit einem starken Bezug zum angrenzenden Grünraum. Durch bauliche Kanten entlang des Grünraums wird der öffentliche und der private Raum klar abgegrenzt.

Freiraum

Der angrenzende Auenpark wird durch Grünkeile stark mit dem Quartier verknüpft. Im Übergang der Keile und dem Quartier befinden sich Stege, die als Auftaktplätze für den Grünraum funktionieren. In den Grünkeilen befinden sich Retentionsbecken, in denen anfallendes Oberflächenwasser angestaut werden kann. Bei starkem Regen wird dies über Kanäle gedrosselt in den Selmer Bach abgeleitet. Entlang dieser werden Wegebeziehungen in den Auenpark ausgebildet. Um den Bezug zum Auenpark weiter zu stärken, werden Spielinseln entlang der Grünkeile bis in den Auenpark eingebracht. Das Quartier erhält an zentraler Stelle eine Mitte. Diese Aufweitung ist der zentrale Treffpunkt im Quartier an der Schnittstelle zu den Grünkeilen und unterschiedlichen Nachbarschaften. Ein Quartierscafé lädt zum verweilen ein und belebt den öffentlichen Raum. Ein Mobilitätshub bietet die Möglichkeit Automobile und Fahrräder zu mieten.

Erschließung

Die Haupterschließung bindet an zwei Stellen an die Münsterlandstraße an. Sie bildet durch breite Fußwege die Hauptverbindung durch das Quartier aus und schließt im Süden an den Campus an. Über die Haupterschließung und private Erschließungen wird die Zugänglichkeit der urbanen Blöcke sichergestellt. An ihr werden für Besucher des Quartiers öffentliche Stellplätze untergebracht. Die Erschließung der Baufelder Richtung Auenpark wird durch untergeordnete Wohnwege organisiert. Diese Wohnwege werden als Schleifen von der Haupterschließung aus organisiert. Diese sind als Mischverkehrsfläche ausgebildet, in der die Fahrbahn dezent abgegrenzt wird. Stellenweise werden auch hier öffentliche Stellplätze untergebracht. An der Münsterlandstraße wird eine Bushaltestelle angedacht. So kann eine gute Anbindung an die Haltestellen der Regionalbahn erreicht werden.

Parken

Durch die gute verkehrliche Anbindung und die Einbringung eines Mobilitätshubs wird von einem Stellplatzbedarf von einem bis maximal zwei Stellplätze pro Wohneinheit ausgegangen. Im Bereich des Geschosswohnungsbaus an der Münsterlandstraße werden die Stellplätze in Tiefgaragen organisiert. Hierbei wird von einem Stellplatz pro Wohneinheit ausgegangen. Die Stellplätze der Reihenhäuser (1 Stellplatz / Wohneinheit) werden an der Nordseite der Baufelder auf dem Grundstück organisiert. Einzel- und Doppelhäuser erhalten bis zu zwei Stellplätze am Haus. Die öffentlichen Stellplätze können als Längsparker unter Bäumen im Straßenraum der Haupt- und Nebenerschließung untergebracht werden. Ergänzt werden diese durch Besucherstellplätze, die sich im Bereich zwischen neuer Bebauung und Münsterlandstraße befinden. Über eine untergeordnete Zufahrt parallel zur Münsterlandstraße kann in der Grünzone unter Bäumen geparkt werden.

Impressum und Datenschutz