Ort Kiel (D)
Auftraggeber LEG Entwicklung GmbH
Beauftragung städtebaulich-landschaftsplanerischer Entwurf
Planungsumfang ca. 96 ha
Planungszeitraum ab Oktober 2017
Team in Zusammenarbeit mit Förder Landschaftsarchitekten
1. Rang im Gutachterverfahren

Leben und Erholen im Kieler Süden

Die landschaftlich attraktive Lage im Kieler Süden ermöglicht die Entwicklung eines neuen hochwertigen Wohngebietes. Das neue Gebiet soll sich harmonisch in die Topografie und Landschaft einbetten. Das Grundprinzip des neuen Gebietes ist die Verbindung von Naturlandschaft und Kulturlandschaft. In diesem neuen Stadtdorf werden die Vorzüge von Stadt und Dorf verbunden: Auf der einen Seite vielfältige Wohntypologien und eine „Neue Mitte“, auf der anderen Seite kleinteilige Nachbarschaften und Freiraumbezug.

Das Gegenüber von Natur- und Kulturlandschaft schafft ein kleinteiliges und grünes Gesamtbild. Das Entwurfsprinzip folgt einem klaren Motiv: Eine dörfliche Morphologie, welche sich in die Landschaft einfügt und an den klassischen Dorfstrukturen der Region orientiert. Ein dichterer Kern, der sich um einen zentralen Anger legt und eine Dichte, die zu den Rändern hin abnimmt. Das Stadtdorf setzt sich aus mehreren Wohnquartieren zusammen, welche für sich einzelne kleine Nachbarschaftszentren ausbilden. Jedes Wohnquartier gruppiert sich um einen Quartiersplatz mit Kita. Das Zentrum umfasst die zentralen sozialen Funktionen des Kieler Südens. Über den Freiraum und starke Wegeverbindungen wird das Zentrum mit den weiteren Ortsteilen verbunden. Die Landschaft wird bis in das Zentrum der Siedlung hereingezogen und zum Teil des neuen Angers. Dabei nimmt diese Freiraumzunge die sanft geschwungene Topografie auf und ermöglicht auch die Entwässerung des Gebietes. An der Freiraumzunge liegen die Bildungseinrichtungen mit Anschluss an die Sportflächen im Nordwesten. Die Wohngebiete werden mit der Landschaft verzahnt. Es entstehen vielfältige Kontaktpunkte, Sichtbeziehungen und Übergänge aus den Wohngebieten und Wohnhöfen in die Landschaft. Gliederndes Elemente sind hierbei die Knicks, die die Quartiere und Erschließungen gliedern und mit der umliegenden Landschaft verbinden.

Die stadtnahe Landschaft stellt eine wertvolle Ressource der Region dar, die es in ihrer Ausformung zu bewahren gilt. Der neue Siedlungskörper wird über grüne Fugen mit der Landschaft verzahnt; Landschaftsprägende Begebenheiten werden integriert. Die stark von Topografie geprägte stadtnahe Hügellandschaft bildet Niederrungen mit humiden Böden aus, die der Entwurf in die Freiraumkonzeption einbettet. Für die Knicks, als besonders prägendes Freiraumelement, sieht die Konzeption nicht nur einen Erhalt außerhalb des Siedlungskörpers vor, sondern auch eine Integration der Knickstrukturen in die Siedlungskonzeption. Zentrales Element der Freiraumkonzeption stellt die Grünzunge dar, welche bis zum zentralen Anger reicht und die neue Mitte und die Schule an den Freiraum anbindet und mit den Sportplätzen verbindet. Diese Freiraumzunge bildet auch die zentrale Verbindungsachse des Zentrums mit den umliegenden Ortsteilen.

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