Ort Düsseldorf (D)
Ausloberin Stadt Düsseldorf
Beauftragung Rahmenplanung, städtebauliche Studien
Planungszeitraum seit 2016
Planungsumfang ca. 27 ha
1. Rang im Gutachterverfahren

Urbanes Mischgebiet Vogelsanger Weg / Düsseldorf

Das Quartier beiderseits des Vogelsanger Wegs besteht aus sehr unterschiedlichen Teilbereichen: Gewerbliche Nutzungen im Zentrum, kleinteilige Mischnutzungen an der Münsterstraße und Kleingärten in den Randbereichen. Das Konzept für das neue Quartier Vogelsanger Weg greift die Heterogenität des Gebietes auf. Die Grundprinzipen der Entwicklung sind:

– Mit der Realität Planen: die Entwicklung erfolgt bestandsorientiert und kleinteilig. Auf die individuelle Parzellierung der Eigentümer wird eingegangen
– Zeitliche Dimensionen berücksichtigen: ein robustes Gerüst wird geschaffen, in dem die unterschiedlichen zeitlichen Horizonte der verschiedenen Nutzungen unabhängig entwickelt werden können.
– Unbestimmtheit und Brüche nutzen: Die Heterogenität des Quartiers mit vielen inneren Grenzen wird zu einem Entwurfsprinzip, das eine individuelle Qualität der verschiedenen Bausteine ermöglicht.
– Qualitäten stärken: Die vorhandenen Qualitäten wie die gute Lage, das Memphis-Gebäude und die beidseitig gelegenen Grünflächen werden aufgegriffen und zu einer Konstante des Quartiers.
– Mischung gestalten: Wohnen und Arbeiten wird auf unterschiedlichen Ebenen miteinander verwoben.

Der strategische Ansatz für das Quartier nutzt die vorhandenen Strukturen des Quartiers und ermöglicht eine individuelle Entwicklung des Gebietes. Es entstehen drei bauliche Entwicklungsbereiche mit jeweils eigenen Regeln und Typologien. Entlang der Münsterstraße besteht eine kleinteilige Parzellenstruktur aus Wohnen, Versorgung und Arbeiten. Diese kleinteilige Struktur wird in einem Streifen im rückwärtigen Bereich auf den bestehenden Parzellenstrukturen fortgeführt und verdichtet. Nach Nordwesten wird eine neue Kante als Grenze ausgebildet. Im zentralen Bereich bilden einzelnen Grundstücke eigenständige Cluster, mit Bereichen unterschiedlicher Nutzungsschwerpunkte. Diese werden zu einem Cluster-Feld zusammengefügt. Im Zentrum bildet der Vogelsanger Weg das freiräumliche Rückgrat und die Ader des Cluster-Feldes. Von hier aus werden die einzelnen Cluster mit Stichen erschlossen. Zwischen den Clustern vernetzen grüne Fugen den Vogelsanger Weg mit den im rückwärtigen Bereich gelegenen Grünräumen und ergänzen ein feingliedriges Wegenetz. Jedes Cluster verfügt über eine grüne Vorzone, einen Gewerbehof im vorderen und einen, zu den Kleingärten orientierten Wohnhof im hinteren Bereich. Hochpunkte sind als bauliche Highlights punktuell eingestreut. Im Südwesten entlang des Zubringers werden die bestehenden Dienstleistungsstrukturen langfristig ergänzt. Ganz im Süden entsteht ein neuer Solitär als Auftakt in das Quartier. Die bestehenden Strukturen werden eingebunden und mit dem Gesamtgebiet über den Grünraum verwoben.

Die Nutzungsverteilung innerhalb der einzelnen Parzellen (Clustern) ergibt sich aus deren Ausrichtung. Die zum Vogelsanger Weg orientierten, stärker belasteten Parzellenhälften, sind für Gewerbe/Büro/Dienstleistung vorgesehen. Die zum Grünraum hin orientierten Hälften sind überwiegend Wohnbereiche mit punktuell eingestreuten aktiven Erdgeschosszonen. Für eine bauliche Trennung beider Nutzungsschwerpunkte sind Nutzungen vorgesehen, welche in ihrer Emissionssensibilität zwischen Gewerbe und Wohnen vermitteln können. Beiden Schwerpunkten sind Gewerbe- bzw. Wohnhöfe zugeordnet, welche sich zu den linearen Freiraumverbindungen zwischen Vogelsanger Weg und Grünraum öffnen. Es entstehen gemeinschaftlich genutzte Freiräume mit unterschiedlicher Nutzung, Qualität und Charakter.

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